2 Tage mit SimSim in Kairo

 

 

 

Ein super Ausflug mit zwei kleinen Schönheitsfehlern.
 
 
Safaga, Sonntag, der 15. Juni, es ist 1Uhr 15 . Leicht aufgeregt warten wir auf den Fahrer von SimSim. Wird es dieses Jahr klappen mit der Fahrt nach Kairo? Letztes Jahr hatte uns Samir ein paar Stunden vor der Abfahrt abgesagt, wir durften nicht mit dem Konvoi nach Kairo fahren. Ich, wie immer wenn es auf große Fahrt geht, hab mal wieder Hummeln im Hintern und kann nicht ruhig sitzen bleiben, wie die anderen 4, die ganz gelassen in der Lobby sitzen . Immer wieder steh ich auf, geh auf die Straße und halte Ausschau nach dem Bus von SimSim. Es geht auf halb zwei Uhr zu und ich bin immer noch auf Patrouille. Doch halt, da kommt ein kleiner Bus - ist das unserer? Der Bus fährt auf das Hotel zu und…. Ja… er hält. Na, es wird doch nicht wirklich mit der Fahrt nach Kairo noch was werden? Und… ja… es ist Monsif , Samirs Fahrer. Na dann kann es ja los gehen. Gepäck verstauen, einsteigen und ab geht die Fahrt Richtung Hurghada. Nach einer guten halben Stunde Fahrt kommen wir in Hurghada an. Hier steigt unser zweiter Fahrer, Ihab, zu. Wir stellen uns erst mal alle vor. Ihab fährt zunächst zur Apotheke und besorgt unserem von Pharaos Rache geplagten Neffen/Sohn einen Tee. So aber jetzt kann’s wirklich richtig los gehen. Um 3 Uhr soll der Konvoi ab El Gouna losfahren. Also Ihab tritt aufs Gas und ab geht’s. Gerade rechtzeitig kommen wir am Konvoiparkplatz an und ohne viel Aufenthalt geht es gleich weiter Richtung Kairo. Eine lange Fahrt wartet auf uns. Monsif und unser Patient schlafen den Schlaf der Gerechten. Meine Schwester und ich… na, wir kleben an der Fensterscheibe und schauen den Sternenhimmel an. Die Milchstrasse ist in der Wüste richtig gut zu erkennen. Kilometer für Kilometer zockelt unser Bus Richtung Kairo, vorbei an brennenden Ölfackeln, Windrädern und einem alten Panzer.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wir kommen an einen Checkpoint und der ganze Konvoi hält an. Ihab nutzt die Chance und holt für unseren magenkranken Patienten heißes Wasser für einen Tee. Wir dürfen nicht aussteigen, es ist nur ein kurzer Stopp zur Kontrolle. Unsere Raucher müssen ja auch nicht aussteigen, Samir hat unseren Wunsch nach einem Raucherbus erfüllt. Die Raucher sagen Danke, Samir, du bist eine Granate. SimSim versucht auch wirklich jeden Wunsch zu erfüllen. Und weiter geht die Fahrt. Langsam wird es hell. Nach vielen, vielen Kilometern und einem platten Hinterteil kommen wir an einen Rastplatz. Endlich - jetzt dürfen wir auch raus aus dem Bus. Wir haben eine viertel Stunde Zeit, dann geht es weiter. Noch schnell den Bus auftanken und los geht’s . Eine ganze Weile fahren wir noch im Konvoi. Unbemerkt löst er sich auf und wir können ganz allein nach Kairo hinein fahren. Mein Mann, Jürgen, und ich wir waren vor 4 Jahren schon mal in Kairo. Wir wissen was jetzt auf uns zukommt, aber die andern 3 werden Augen machen. Kairo ist crazy, aber wunderschön.
 
Als erstes fahren wir zum Ägyptische Museum, dort wartet Mansour, unser Reiseleiter auf uns. Erst mal begrüßen und dann geht es auch schon hinein. Auf Mansours Liste obenauf stehen die Reichtümer und Schätze des Tut-Ench-Amun. Die Sammlung ist riesengroß und wir werden uns dort für eine länger Zeit aufhalten. Danach zeigt er uns noch einige schöne Stücke und wir bekommen schließlich noch Zeit zur freien Verfügung. Na, und was machen wir? Das ist doch ganz klar – Mumien gucken! Wir holen uns die Tickets und ab geht’s zu den einbalsamierten Damen und Herren. Ganz schön schaurig wenn man sich vorstellt dass das auch mal lebende Menschen waren. Der Gedanke keimt aber nur ganz kurz in uns auf und somit können wir , mit etwas innerer Distanz, die Mumien studieren. Wir verlassen den Mumiensaal und begeben uns zum Ausgang wo Mansour bereits auf uns wartet. Wir machen noch einige Fotos außerhalb des Museums und dann geht es wieder zum Bus.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Es ist bald Mittag und so langsam knurrt allen der Magen – heut gab’s ja noch kein Frühstück. Nach einer kurzen Fahrt an den Nil gehen wir auf ein Boot zum Essen. Wir sind die ersten, es sind noch keine anderen Busse da. Ohne schlangestehen und ohne Hektik und mit schönem Ausblick auf den Nil können wir unser Essen genießen. Nach einer ausgedehnten Pause geht es dann weiter. Noch einige Fotos am Nil und weiter geht’s zu den Pyramiden.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Nach einem endlos langen Fotoshooting an den Pyramiden marschieren wir runter zum Sphinx. Normalerweise darf man nur mit dem Bus oder mit einer Kutsche zum Sphinx hinunter fahren. Unser Reiseleiter versieht einen der Aufseher mit einer kleinen Geldspende und schon dürfen wir verbotenerweise den Weg zu Fuß nach unten antreten. Unten angekommen und wieder das gleiche Spiel wie bei den Pyramiden. Fotos, Fotos, Fotos….. sind wir vielleicht im Auftrag einer Reisezeitschrift unterwegs? Oder können wir uns einfach nicht zügeln?
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Für heute reicht es uns erst mal mit den ganzen Sehenswürdigkeit und wir lassen uns ins Hotel fahren. Mansour managt für uns den Checkin im Hotel und wir gehen auf unsere Zimmer. Gepäck abstellen und rauf auf die Dachterrasse unseres Hotels. Das Hotel befindet sich ganz in der Nähe der Pyramiden. Von dort oben hat man den besten Blick darauf. Wir freuen uns auf ein erfrischendes Getränk und dann? – na, Fotos machen – was sonst bei diesem Ausblick.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wir halten noch einen ausgiebigen Plausch besprechen wann und wo wir uns treffen. Danach geht jeder auf sein Zimmer. Monsif kommt doch bald und holt uns ab zur Lasershow. Also ab zum Duschen und umziehen. Weit vor dem ausgemachten Zeitpunkt renne ich schon wieder wie ein legendes Huhn durch die Lobby. Durch das Hotelfenster schau ich so dem Treiben auf der Straße zu. Da kommt auch schon Monsif angefahren, auch viel früher als ausgemacht. Da durchschleicht mich ein Gedanke: Sind unsere Fahrer wirklich Ägypter? Die beiden sind stets überpünktlich, das werden doch keine Deutschen sein. „Grins“. Vielleicht haben sie ja deutsche Urahnen? Wie kann ein Ägypter nur so permanent pünktlich zur Stelle sein? Die kennen doch sonst nur den Satz „ In sha Allah“ komme ich dann und dann. Ich noch mitten im Ausdenken absurderster Geschichten, kommen die anderen und wir können einsteigen und losfahren. Nach einer 20 – 30 minütigen Fahrt durch den Kairoer Abendverkehr kommen wir beim Sphinx an. Monsif gibt uns die Eintrittskarten und wir können nach einer Taschenkontrolle auch sofort hineingehen. Weil unser Fahrer so schnell und pünktlich war, sind wir bei den ersten Zuschauern und können uns einen schönen Platz aussuchen. Wir stürmen ganz nach vorn um unsere Videokamera gut zu platzieren. Als es dann so langsam dunkel wird, geht das Spektakel los. Die Show ist zwar etwas kitschig, halt ein Touristenspektakel, aber die Ägypter gaben sich große Mühe und eigentlich ist das ganze ja auch unterhaltsam und recht nett gemacht. Fazit: Wer die Chance hat die Lasershow zu sehen sollte sie auch anschauen.
Die Show ist zu Ende und wir begeben uns alle zum Ausgang. Wie erwartet steht Monsif mit dem Bus parat und wartet schon auf uns. Er bringt uns in unser Hotel zurück. Wir wünschen ihm noch tisbah el chier und gehen auf unsere Zimmer. Ich gehe dann auch bald zu Bett - der Tag war lang.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 
 
 
 
 
Montag, der 16. Juni
Um 5.Uhr morgens werde ich vom hoteleigenen, lebendigen Wecker geweckt. Ich denk ich hör nicht richtig - kräht da im 10. Stock ein Hahn. Ich überlege ob ich mich anziehen, auf die Dachterrasse gehen und dem Schreihals den Kragen umdrehen soll. Nein, ich mach es lieber nicht, sonst bekomm ich womöglich das arme Tier noch zum Frühstück vorgesetzt. Ich bleib dann lieber noch eine Weile auf dem Bett liegen und warte darauf, daß es Zeit wird meinen Mann zu wecken. Aber dann, raus aus der Kiste, ab ins Bad, waschen und anziehen. Die anderen 4 gehen zum Frühstück, ich warte auf dem Zimmer bis alle zurück kommen. Die Gründe werdet ihr auch noch erfahren. Jetzt kann es losgehen. Heute wird es noch ein schöner Tag werden. Am Tag zuvor hatten wir mit Monsur ausgemacht das wir die Totenstadt besichtigen wollen. Er hat uns gesagt er kennt dort eine Familie und mit dieser arrangiert er ein Treffen für uns. Ich hab schon einmal einen Bericht darüber im TV gesehen und freue mich schon wie ein kleines Kind darauf. Auf was warten wir denn noch? - Lasst uns loslegen.
 
Tja, auf was warten wir ? Ich bin mal wieder viel zu früh in der Lobby. Mit Mansour hatten wir 8. Uhr ausgemacht, aber es ist noch weit vor 8. Uhr. Na, ich geh dann eben mal auf die Strasse raus und schau den Menschen ein wenig zu. Ich lauf die Strasse ein bisschen rauf und runter und was soll ich sagen, da kommen auch schon unsere Fahrer, wieder einmal viel zu früh. Die beiden passen wirklich gut zu mir, immer pünktlich und überall zu Stelle. Samir, du hast uns wirklich gute Fahrer ausgesucht. Die beiden sind sehr freundlich und immer für einen Spaß zu haben. Und Humor brauchen die beiden, wir sind nämlich eine total durchgeknallte Truppe. Wir haben nur Blödsinn im Kopf. Mittlerweile kommen die anderen von ihren Zimmern und Mansour trifft auch schon ein. Noch schnell auschecken und dann nichts wie raus aus diesem Hotel.
 
 
 
Unser erstes Ziel ist die Zitadelle mit der Alabastermoschee. Auf der Fahrt dort hin bittet unser Monsour unseren Fahrer immer wieder mal etwas langsamer zu fahren, somit kann unser eigener Papparazzo (Roland, der Mann meiner Schwester) supertolle Fotos von Kairo machen. Auf der Zitadelle und in der Moschee verbringen wir sehr viel Zeit, was mir persönlich nicht so behagt. Ich war schon mal vor einigen Jahren dort und der Besuch lief nach dem gleichen Schema ab. Roland, meine Schwester und ihr Sohnemann haben die Zitadelle noch nicht gesehen, also warte ich geduldig bis es zu unserem nächsten Ziel geht.
 
 
 
 
 
 
 
Der Zeitpunkt ist gekommen, es geht zur Totenstadt. Endlich mal neue Eindrücke, etwas sehen was ich vorher noch nicht gekannt hatte. Eine ganze Zeit fahren wir so durch die Gassen und Straßen der Totenstadt. Gleich kommen wir zu dem Haus von Monsurs Bekannten. Ein Stück davor hält unser Fahrer an, wir steigen aus. Monsur erzählt uns noch so einiges über das Leben hier und dann stehen wir auch schon vor dem Eingang. Die gidda ( Oma) , die Chefin des Hauses erwartet uns bereits. Sie gewährt uns in alle Räume einen Blick und wir dürfen auch Fotos machen. Es ist unbeschreiblich wie man so leben kann. Die Enkelkinder schlafen den Sommer über draußen im Hof. Da wird in eine Ecke, neben den Gräbern ein dicker Teppich hingeschmissen, ein paar Kissen und Decken dazu und fertig ist das Open-Air- Kinderzimmer. Wir verabschieden uns von der Oma und beim Hinausgehen drückt mein Mann ihr noch ein paar Pfundscheine in die Hand. Die Familie soll ja auch was davon haben, sie haben uns ja bereitwillig einen Einblick in ihr Leben gewährt. Beim Verlassen des Hauses treffen wir noch die Tochter des Hauses. Sie sitzt mit ihrem Mann und einem kleinen Kind auf der anderen Straßenseite unter Bäumen. In einer luftigen und schattigen Atmosphäre genießen die 3 ihr Frühstück. Während wir auf unseren Bus warten, kommt eine Horde Kinder auf uns zu gerannt. Für die sind wir eine Attraktion, laut Aussage unseres Reiseleiters verirren sich nicht so viele Touristen in diese Gegend. Die Kinder und wir haben noch viel Spaß miteinander, meine Schwester verteilt ein paar Kaubonbon an die frechen Kerle.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Unser Bus kommt und weiter geht die Fahrt. Mittlerweile ist es schon Mittag geworden und wir beschließen zum Essen zu gehen. Nach der Mittagspause ist dann Alt-Kairo angesagt. Also wieder rein in den Bus und ab ins Koptische Viertel. Wir schauen uns die Hängende Kirche an, gehen in eine Synagoge und in eine weitere Kirche deren Namen mir jetzt nicht mehr einfällt. Danach steht noch ein Besuch des Khan el Khalili Basars auf dem Programm. Mansour setzt sich in der Nähe des Basars in ein Cafe und wir ziehen alleine los. Kaufen noch ein paar nützliche und unnütze Dinge ein und gehen wieder zum Cafe zurück, in dem Mansour auf uns wartet. Noch schnell was Kühles trinken und schon wartet wieder der Bus auf uns.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wir verabschieden uns von Mansour und ab geht die Fahrt Richtung Safaga. Ganz ohne Konvoi geht die Rückfahrt viel schneller. Einmal halten wir noch an und machen eine kleine Pause. Die Fahrer wechseln noch einmal die Plätze und wir tuckern unserer zweiten Heimat, dem Lotus Bay, entgegen. Monsif und Ihab fahren noch beide bis zum Hotel mit und wieder folgt die obligatorische Fotosession. Auch die Fahrer machen mit ihren Handykameras Fotos von uns (hab ich noch nie erlebt, daß die Fahrer ihre Gäste fotografieren, was haben wir bei den beiden wohl für einen Eindruck hinterlassen?). Es wird Zeit zum verabschieden, Bussi hier und Bussi da, noch einmal Knuddeln, dann steigen die beiden ein und fahren in Richtung Hurghada davon.
 
 
 
 
 
 
links Monsif und rechts Ihab
 
 
 
 
Wir bringen schnell das Gepäck auf die Zimmer, machen uns etwas frisch und ab geht es in den Speisesaal zu Mohamed. Mohamed, unser Lieblingskellner wartet schon auf uns, er will haargenau wissen was wir erlebt haben, da der Speisesaal schon ziemlich leer gefegt ist hat er auch Zeit sich zu uns zu gesellen und unseren Geschichten zuzuhören. Nach dem Essen lassen wir den Tag in der Beachbar ausklingen.
 
Ihr fragt euch jetzt sicher, wo ist bei der Geschichte denn der Schönheitsfehler?
 Der Schönheitsfehler Nr. 1 war Monsour. Fachlich war er richtig gut aber menschlich hat er überhaupt nicht in unsere Gruppe gepasst.
Der Schönheitsfehler Nr. 2 war das Delta Pyramids Hotel. Das Hotel hat eine sehr schöne Dachterrasse die 5 Sterne verdient hat. Der Rest dieses Hotels hat schon bessere Zeiten gesehen. Angefangen von der Sauberkeit der Zimmer und des Geschirrs bis hin zum Service war es eine Katastrophe.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wir haben lange überlegt ob wir Samir von den Mängeln berichten sollen und haben dann alle beschlossen, daß wir es machen MÜSSEN. Denn, wenn Samir nicht weiß, was verkehrt gelaufen ist, kann er nichts dagegen unternehmen. Und irgendwann verliert er damit seine Gäste. Es würde uns leid tun wenn er durch so etwas sein Konzept aufgeben müßte. Die individuelle Ausflüge mit SimSim sind einfach nur genial. Ich hab den Vergleich dazu, ich bin schon einige Male mit den großen Anbietern gefahren, das ist aber kein Vergleich zu SimSim.
Heute hat mich meine Schwester angerufen, sie hat von Samir eine Antwort auf die Email bekommen. Er wird etwas daran ändern und er hofft, daß er uns als Gäste nicht verloren hat. Dazu habe ich nur eins zu sagen: Samir, wir wären saublöd, wenn wir auf deine Ausflüge verzichten. Für nächstes Jahr sind wir schon am überlegen was wir anschauen wollen. Samir, so schnell wirst du uns nicht mehr los.
Meine allerletzten Worte sind an Ihab und Monsif gerichtet. Ihr beiden, mit eurer freundlichen, humorvollen Art, habt sehr viel zum Gelingen dieses Ausfluges beigetragen.
Andreas, Roland, Gudrun, Jürgen und Christiana sagen shukran!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

http://1001-Reiseberichte.de

 

 

Datenschutzerklärung
Kostenlose Webseite erstellen bei Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!